1966 ZDF - Der Ritter vom Mirakel

 

Der Ritter vom Mirakel (1621)
von Lope de Vega (1562-1635)
Übersetzung: Hans Schlegel
mit
Michael Degen (Luzmán)
Heinz Schuber (Tristán)
Gertrud Kückelmann (Isabella)
Sigfrit Steiner (Patricio)
Elisabeth Wiedemann (Octavia)
Dieter Kirchlechner (Leonato)
Blanche Aubry (Beatrice)
Rolf Arndt (Filiberto)
Karl Lieffen (Lofraso)
Georg Hartmann (Camillo)
Hugo Lindinger (Lombardo)
Gerd Wiedenhofen (Eugenio)
Viktor Stefan Görtz (Deofrido)
Hans Elwenspoek (Wirt)
Manfred Günther (Gerichtsdiener)
 
Szenenbild: Hanna Jordan, Helmut Gassner
Kostüme: Hanna Jordan, Ursula Sensburg
Musik: Erich Ferstl
Ton: Rudolf Wohlschläger
Schnitt: Ingrid Steinberger
Kamera: Hannes Staudinger, Kurt Brückner, Diethard Matzka, Boris Horoschenkoff
Produktionsleitung: Laci Martin
Produktion: Helmut Krapp
Regie: Imo Moszkowicz
Eine Produktion der Bavaria Atelier GmbH
Hergestellt im Auftrag des ZDF, 1966
 
Für den spanischen Abenteurer Don Luzman, der in Rom sein betrügerisches Spiel mit leichtgläubigen Damen und vertrauensseligen Edelleuten treibt, ist dies "dolce vita" kein eleganter Zeitvertreib. Er ist sozusagen Hochstapler von Beruf und muss zusehen, wie er - im wahrsten Sinne des Wortes - auf seine Kosten kommt.
Binnen kurzer Frist kreuzen drei Frauen (Isabella, Octavia und die französische Kurtisane Beatrice) seinen Weg. Er weiß alle drei zu gewinnen, deren Liebhaber und Gatten geschickt gegeneinander auszuspielen und seinen leeren Geldbeutel mit klingender Münze zu füllen. Wird Don Luzman auch diesmal wieder den Schauplatz seiner unrühmlichen Taten als Sieger verlassen können? Oder sollte er am Ende selbst in die sprichwörtliche Grube fallen, die er anderen so listig gegraben hat?
Nach einer überaus turbulenten, an Situationskomik und grotesken Verwechslungen reichen Handlung findet Lope de Vega für seinen zwielichtigen Helden einen effektvollen Abgang, der sowohl das Gelächter wie auch das Mitleid des Publikums erregt.
Lope de Vega (1562 - 1635) gilt zu Recht als der produktivste und phantasiereichste Autor der Weltliteratur. Vielseitig wie sein wechselvolles Privatleben, das ihn als Studenten, Sekretär, Kriegsfreiwilligen, Geistlichen und Doktor der Theologie durch halb Europa führte, war seine kaum mehr übersehbare schriftstellerische Tätigkeit. Neben epischen Werken, historischen Schauspielen - er dramatisierte sogar die Entdeckung Amerikas durch Columbus! - und religiösen Dramen, die längst vergessen sind, schrieb er Hunderte von Komödien, deren bedeutendste sich noch heute im Spielplan unserer Theater größter Beliebtheit erfreuen. In dieser Komödie gelingt Lope de Vega ein fast tragikomisches Charakterbild, das sich von der amüsanten Unverbindlichkeit mantel- und degenschwenkender Lustspiel-Kavaliere auffallend abhebt.
gesendet:
ZDF Theaterkanal, Juli 2003

Dauer: 95 min.

 

In meinem Archiv vorhanden. Kopie kann beim ZDF Zuschauerservice bestellt werden.

 

 
 
 
 
 
 

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