Hörspiele - HR

 

 
Gertrud Kückelmann - Hörspiele Hessischer Rundfunk
 
Sylvie
Autor(en): Gerard de Nerval (Frankreich 1808)
Produktion: HR 1955 47 Min. - Bearbeitung LiteraturRegie: Ludwig Cremer
Hörspielbearbeitung: Jean Forest
Inhaltsangabe: Die Liebe zu einer Schauspielerin läßt den Ich-Erzähler seine Jugendzeit heraufbeschwören, die Zeit seiner ersten Liebe auf dem Lande.Gérard de NervalGérard de Nerval zählt zu den französischen Schriftstellern der sogenannten Schwarzen Romantik, die in ihren Werken die eigenen Lebenserfahrungen in Traumwelten verwandelt, um darin den verborgenen, irrationalen Sinn des irdischen Abenteuers zu entdecken.  Nerval, mit bürgerlichem Namen Gérard Labrunie, wurde 1808 als Sohn eines Arztes in Paris geboren. Er war mit Victor Hugo, Theophile Gautier und Heinrich Heine befreundet, seine Prosaarbeiten zeigen Einflüße von E.T.A. Hofmann. Bis zu seinem Selbstmord 1855 fand sein Werk in Frankreich nur wenig Resonanz, erst im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde er gemeinsam mit Proust und Apollinaire in den Kanon der Begründer der Moderne aufgenommen. Grundlage des Hörspiels ist seine bekannteste Erzählung „Sylvie. Souvenirs du Valois“ von 1853.
Eine Zeitungsnotiz über ein Volksfest im heimatlichen Loisy löst bei Gérard einen Erinnerungsstrom aus. Es ersteht vor ihm die Jugendzeit, seine Zuneigung zu Sylvie, dem Mädchen aus dem Nachbardorf, die aber unvermittlelt von der Schönheit Adriennes verdunkelt wurde, die er bei einem ähnlichen Fest kennenlernte. Adrienne jedoch ging ins Kloster.
In diesen Jugendlieben erkennt er eine Ähnlichkeit mit seine derzeitigen Geliebten, der Schauspielerin Aurélia, wieder. Er beschließt, nach Loisy zurückzukehren, um zu sehen, was aus den Frauen geworden ist ...
mit:
Gerard: Walter Andreas Schwarz
Sylvie: Gertrud Kückelmann
Liese: Hilde Nocker
Vater Dodo: Fritz Saalfeld
Grand Frisé: Karl Lieffen
Tante: Erna Lorenz
Erstsendung: 10.10.1955, HR
Wh:
Do, 10.6.2004, hr2, 14.05 Uhr
Sonntag, 28.6.2009, hr2 Kultur, 22.00 Uhr
2.12.2009, DeutschlandRadioKultur, 21.33 Uhr
 
 
 
 
 
Antigone-Modell 1948
Literarische Vorlage: Sophokles (V496-V406c) (V496-V406c)
Erstsendung: 27. April 1959, HR
Produzent: HR
Inhalt:
Brecht ging hier nicht auf das Sophoklesche Original, sondern auf die Hölderlinsche Übertragung des griechischen Dramas zurück. Das "Antigone-Modell1948" ist also die Bearbeitung einer Bearbeitung. Brecht hat das Werk auch inhaltlich abgewandelt. Er fügte eine Rahmenhandlung hinzu, die in Berlin im März 1945 spielt. Während des Kampfes um die Stadt stellt er einem SS-Mann zwei Schwestern gegenüber, die ihren desertierten und darum erhängten Bruder bestatten wollen. Damit wird die Tat der Antigone, die gegen das ausdrückliche Verbot des Königs Kreon ihren gefallenen Bruder Polyneides bestattet und dafür den Tod auf sich nimmt, in Parallele zu unserer Zeit gesetzt. (Pressetext)
Mitwirkende:
Kückelmann, Gertrud (Antigone/2. Schwester); Schade, Doris (Ismene/1. Schwester); Mensching, Herbert (SS-Mann/Wächter); Hoffmann, Paul (Der Alte); Noack, Max (Der Alte); Luley, Karl (Der Alte); Nemetz, Max (Der Alte); Goguel, Hans (Der Alte), Mayerhoff, Konrad (Der Alte); Siemers, Friedrich (Hämon); Menschel, Hermann (Tiresias); Collande, Gisela von (Botin); Tamin, Alf (1. Stimme); Lieck, Kurt (2. Stimme); Zeidler, Hans Dieter (Bote)
Hörspielbearbeitung nach Vorlage
Autor(in): Brecht, Bertolt
Bearbeitet von: Kaiser, Joachim (1928-)
Regie: Schröder-Jahn, Fritz
Tonträger vorhanden.
Abspieldauer: 66'00"


 
 
Das Tagebuch eines Verführers
Autor(en): Sören Kierkegaard (Dänemark 1813 - 1855)
Produktion: RB / Koproduzent: HR 1960 85 Min. - Bearbeitung Literatur
Regie: Ulrich Lauterbach
Bearbeitung: Max Gundermann
Komposition: Winfried Zillig
Inhaltsangabe: Das Tagebuch des Verführers ist ein Abschnitt aus Kierkegaards 1843 erschienenem philosophischem Hauptwerk "Entweder - Oder", das, wie der Titel schon sagt, die Alternative thematisiert und die beiden Kategorien des Ästhetischen und Ethischen entfaltet und gegenüberstellt.
"Vorsicht, meine schöne Unbekannte! Vorsicht, aus einer Kutsche zu treten, ist keine so leichte Sache, zuweilen ein entscheidender Schritt. Ich könnte Ihnen eine Novelle von Tieck leihen, aus der Sie ersehen würden, wie eine Dame dadurch, dass sie von einem Pferd stieg, sich derart in eine Verwicklung verstrickte, dass dieser Schritt für ihr ganzes Leben definitiv wurde." So beginnt der Verführer Johannes seine Tagebuch-Aufzeichnungen, nachdem er Cordelia zum erstenmal gesehen hat. In diesen Sätzen ist das Schicksal der jungen Frau beschlossen, denn Johannes ist ganz dem hedonistischen Prinzip verpflichtet, er lebt im Augenblick und für den Genuss. Natürlich genügt es ihm nicht, Cordelia in einer "gewöhnlichen Verführung" zu gewinnen. Und er ist nicht gewillt, seinen Plan aufzugeben, bevor er sein Ziel erreicht hat.
Minutiös berichtet Johannes in seinem Tagebuch, wie er mit den Gefühlen Cordelias experimentiert und sie auf raffinierte Weise dazu bringt, sich in ihn zu verlieben, während er selbst völlig unbeteiligt bleibt. Ihm geht es um den unmittelbaren sinnlichen Genuß, und als er nach Erlangung seines Ziels Cordelias überdrüssig ist, manipuliert er sie wiederum, bis sie das Verhältnis von sich aus abbricht in der Meinung, es sei allein ihr Entschluß.
"Die Individuen waren für ihn bloß Antrieb, er schüttelte sie von sich ab wie ein Baum seine Blätter - er verjüngt sich, das Laub verwelkt."
Sein Gegenspieler Nils, der Cordelia aufrichtig liebt, ist ein ethischer Mann mit hohen moralischen Maßstäben. Er begreift erst am Ende, welche Rolle er in Johannes Inszenierung gespielt hat.
mit:
Johannes Raaberg: Heinz Drache
Niels Borup: Oswald Döpke
Cordelia Wahl: Gertrud Kückelmann
Tante Jette: Lotte Klein
Christine: Lilli Durra
Wirtschafterin: Rita Graun
Verkäuferin: Ruth Puls
Erstsendung: -
Wh:
10.1.2000, Bayern2Wort, 20.05-21.30 Uhr
Sonntag, 25.5.2008, HR2, 14.05 Uhr
14.6.2015, SWR2 18.20 Uhr
14.05.2016, DLF
 
 
Der Ring des Soth
Literarische Vorlage: Doyle, Arthur Conan (1859-1930): Der Ring des Soth (Erzählung)
Erstsendung: 7. Juni 1961, HR
Produzent: HR
Inhalt:
Sir Arthur Conan Doyle hat, bevor er den Meisterdetektiv Sherlock Holmes ins Leben rief und nicht mehr sterben lassen durfte, weil ihn sonst das Publikum wegen Mordes belangt hätte, - Conan Doyle hat, bevor er Sir Arthur wurde, eine Reihe von Erzählungen geschrieben, die in Deutschland ganz unbekannt sind. Sie bewegen sich im Fahrwasser der phantastischen Geschichten von Edgar Allan Poe und verstehen sich recht gut darauf, uns die beliebten Schauer über den Rücken zu jagen. In einer dieser Erzählungen - sie liegt unserem Hörspiel zugrunde - erleben wir die letzten Stunden eines Ägypters, der in seiner Jugend, vor mehr als viertausend Jahren, ein Lebenselixier erfunden hat. Diese geheimnisvolle Essenz gab ihm ewiges Leben und wurde ihm gerade deshalb zum Fluch. Ruhelos wanderte er durch die Jahrhunderte auf der Suche nach einem Gegenmittel, das ihn wieder zum Menschen macht, von der Unsterblichkeit erlöst. Er findet es im Ring des Soth, der mit einer ägyptischen Mumie in den Louvre kam.
Mitwirkende:
Altmann, Ernst (Ein Tourist, Besucher im Louvre); Dohn, Tosca (Eine Touristin, Frau des Touristen); Dyck-Mackenroth, Christa (Stimme der ersten Telefonistin); Fabian, Thomas (Prof. Mac Farlane, Ägyptologe in Amerika); Glass, Kurt (Rati, Direktor des Louvre); Kückelmann, Gertrud (Atma, Tochter des Gouverneurs von Abaris); Lohkamp, Emil (Professor Dr. Grine, Ägyptologe); Marks, Eduard (Museumswärter); Reichert, Annalene (Madame Jeanau, Archivarin im Louvre); Roth, Paul Edwin (Dr. John Smith); Rueffer, Alwin Michael (Erzähler); Schepmann, Ernst August (Sosra, ägyptischer Gelehrter); Siedhoff, Werner (Gouverneur von Abaris/Vater Sosras); Vesco, Gisela (Stimme der zweiten Telefonistin)
Science Fiction-Hörspiel
Autor(in): Doyle, Arthur Conan
Bearbeitet von: Schober, Reinhart
Regie: Neumann, Mathias
Tonträger vorhanden.
Abspieldauer: 60'15"
Wh: Sonntag, 3.1.2010, hr2, 22.00 Uhr

 
 
König Lear
Autor(en): William Shakespeare (Großbritannien 1564 - 1616)
Produktion: HR 1964 174 Min. - Bearbeitung Theater
Regie: Friedhelm Ortmann
Bearbeitung: Friedhelm Ortmann
Komposition: Enno Dugend
Übersetzung: Friedrich Gundolf
Inhaltsangabe: Die wahre Geschichte vom Leben und Tod König Lears und seiner drei Töchter. Sowie das unglückselige Leben von Edgar, Graf Glosters Sohn und Erben, der vorgab, der wahnsinnige Tom zu sein.
Der vollständige Titel des Königs-Dramas zeigt deutlicher als die geläufige Kurzbezeichnung, daß es sich hier um eine doppelte Familien-Tragödie handelt. Das Schicksal Lears, der von seinen heuchlerischen Töchtern Goneril und Regan verraten wird, spiegelt sich in dem Unglück des Grafen Gloster, der das Opfer einer Intrige wird und seinen geliebten Sohn Edgar verstößt, um den unehelichen Edmund auf den Thron zu setzen. Kriege und Morde sind notwendig, um den Vätern die Liebe ihrer Kinder nahezubringen. Doch nur im Tod kann die Versöhnung zwischen Lear und seiner von ihm verstoßenen Tochter Cordelia, zwischen Gloster und Edgar stattfinden.
mit:
Ernst Schröder
Christian Rode
Hans Peter Thielen
Alwin Michael Rueffer
Rudolf Melichar
Kurt Ehrhardt
Siegfried Wischnewski
Die Töchter:
Gertrud Kückelmann
Irmgard Först
Edith Lechtape
Wh:
8.7.1984, Ö1
 
 
Mir zum Schrecken
Autor(en): Ingmar Bergman (Schweden 1918)
Produktion: HR 1967 104 Min.
Regie: Ulrich Lauterbach
Komposition: Aleida Montijn
Inhaltsangabe: Paul steht vor dem Examen. Sobald er es abgeschlossen hat, will er eine Stelle als Physik- und Chemielehrer in der Stadt antreten, in der seine Großmutter lebt. Kersti, dem Mädchen, das er liebt und im Frühjahr sein Frau werden soll, möchte er den Ort zeigen. Paul hat aber auch künstlerische Ambitionen: er arbeitet an einem radikalen Roman, der der Menschheit neue Wege weisen soll. Leider schlagen er und Kersti den wohlmeinenden Rat, nicht in das Haus der Großmutter zu ziehen, in den Wind. Bald muß die junge Frau entdecken, daß die herrische Großmutter eine unheimliche Atmosphäre erzeugt, die ihr Angst einjagt, und daß Paul an seinen Heimatort noch die Geschichte mit einer anderen Frau bindet. Und auch den unversöhnlichen Schluß seines Buches ist Paul allzu schnell bereit, den kleinmütigen Bedenken seines Verlegers zu opfern.
Ingmar Bergman erzählt in diesem Hörspiel die Geschichte eines Mannes, der vom Idealisten zum Nihilisten, vom Gläubigen zum Zweifler, vom liebenden Gatten zum Ehebrecher wird. Eitelkeit und Kompromißbereitschaft führen ihn schließlich in die Kontaktlosigkeit, die er durch Zynismus zu überspielen versucht.
Mit: Ernst Jacobi, Gertrud Kückelmann, Petra von der Linde, Fränze Roloff, u.a.
 
 
 
E-Schock und Neuroleptika
Erstsendung: 21. Juli 1977, HR
Produzent: HR
Inhalt:
Am "Fall der Patientin Textor", der aus der Sicht der klinischen Psychiater "schicksalhaft" ist und keinen "Anlaß zu irgendwelchen wie auch immer gearteten versorgungstechnischen oder therapeutischen Konsequenzen"gibt, wird die Frage aufgeworfen, was aus physikalischen und chemischen Zwangsmaßnahmen zu halten ist, durch die er vielmehr nicht wieder gutzumachende körperliche und psychische Schäden erleidet.
Inhaltsangabe hördat:
In den 60er und 70er Jahren entstand eine antipsychiatrische Reformbewegung, die sich gegen Zwangsmaßnahmen und Dauerverwahrung von psychisch Kranken wandte, wie sie die traditionelle Psychiatrie praktizierte. Stattdessen forderte sie eine humane demokratische Psychiatrie, die gesellschaftliche Einflüsse als wesentlich krankmachend diagnostizierte.
In diese Zeit des Umdenkens fällt auch die Entstehung der psychiatrischen Hörspiele von Theodor Weißenborn.
In "E-Schock und Neuroleptika" setzt er den fiktiven Monolog der Patientin Textor kontrapunktivisch zu Umweltgeräuschen und authentischen Äußerungen von Patienten und wirft die Frage auf, was von physischen und chemischen Zwangsmaßnahmen zu halten ist, die nicht nur nicht heilen, sondern körperliche und psychische Schäden zufügen.
Mitwirkende:
Kückelmann, Gertrud (Frau Textor); Seibert, Robert (Robert); Simon, Heide (Krankenschwester); Eisler, Christiane (Nachbarin); Meuser, Karl-Hans (Wohnungsnachbar); Koschel, Uwe (Rechtsanwalt); Pfeil, Christel (Frau Dr. Görres); Scherschel, Erwin (Polizist); Sauer, Günther (Referent)
Originalhörspiel
Autor(in): Weissenborn, Theodor
Regie: Sauer, Günther
Auszeichnung: Hörspiel des Monats Juli 1977
Tonträger nicht verfügbar.
Abspieldauer: 60'00"
Wh:
18.02,1979, Ö1   
21.01.2015 HR2, 21.00 Uhr
 
 

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